Chapter 1 – Anfang, Fuß fassen.

Als jüngster von 3 Söhnen eines Kosovarischen Vaters, begann unser neues Leben 1992 im schönen Deutschland. Gezwungen durch den Kosovo(Balkan)-Krieg, sahen meine Eltern als einzige Alternative ihr Land, ihre Heimat, zu verlassen. Mein Vater agierte zu der Zeit (vor dem Auswandern) als Profiboxer und hatte in den 80‘s große Erfolge, reiste um die Welt und hatte Kämpfe in den verschiedensten Ländern Europas. Doch alles zerbrach, nachdem er 1990 ca aus Russland zurück kam und seine Familien Mitglieder evakuiert wurden, sein Haus in Trümmern lag wegen eines Bombenangriffes, und somit direkt beschloss das weite zu suchen. Mit einem Koffer der übrig blieb, Frau und 2 Söhnen auf den Schultern. Seine 8 jüngeren Brüder verteilten sich von Schweden bis hin nach Amerika, Schweiz, Italien usw.

So viel dazu, angekommen in Deutschland, sah das Leben nicht so „rosig“ aus wie für die heutige „Generationen“ die Zuflucht/Asyl in unserer Gesellschaft suchen. Man teilte sich Toiletten mit verschiedenen Familien, bekam so gut wie nichts bezahlt außer ein Versorgungspaket mit etwas Brot, Mortadella und hin und wieder Süßigkeiten für die Kinder. Wer im damaligen Deutschland nicht sofort das arbeiten anfing, wurde ohne mit der Wimper zu Zucken nach der kurzweiligen Frist zurück geschickt. So sah mein Vater keine andere Möglichkeit als sofort nach der Ankunft auf dem Bau anzufangen (um allen Familienmitgliedern finanziell zu helfen) und verweilt bis heute im Garten -und Landschaftsbau. Nur die harten kommen eben in den Garten. 😉

1995 erblickte meine Wenigkeit das Licht der Welt. Klar denkt der ein oder andere: „hä? Was willst du bitte davon erlebt haben?“ – ich sag’s euch. Der abnorme Druck auf den Schultern meiner Eltern vom absoluten 0 hier ein Leben anzufangen, ständig mit der Angst zu leben bis 2006, abgeschoben zu werden, 11 Jahre kein persönlichen Kontakt zu der Familie oder ihren Eltern zu haben, kurz um: Dieser Druck und die immense psychische Belastung konnten nicht im verborgenen schlummern, sondern machten das Leben emotional untragbar für sie und das bekamen natürlich auch wir als Kinder ab.

Da wir endlich eine Aufenthaltserlaubnis ca 2002 bekamen, zogen wir in eine Gegend die unter anderem bekannt ist als „Glasscherbenviertel“. Graffitis, Drogen, Armut, Kriminalität war hier der Alltag. Hochhäuser, zerrüttete Häuser mit Rissen an den Fassaden, Häuser ohne Fenster und selbst mit Brandschaden (kein Witz) durfte man bestaunen. Es gab/gibt mehr Drogen als Hoffnung hier. Russen, Albaner, Türken, Polen und noch viele mehr standen hier in der Überzahl, natürlich gefolgt von unseren deutschen Mitbürgern die leider keine Erbschaft erhielten, kaputte Familien oder schlicht süchtig nach Substanzen waren. Ein Ort, an dem die „reichen“ arm sind. Während mein ältester Bruder einen erstaunlichen intellektuellen Verstand besitzt und somit auf ein Gymnasium kam weit weg von dem Drecksloch samt deren Gottlosen Seelen, versauerten ich sowie mein mittlerer Bruder in dieser von einer schwarzen Witwe geküssten Gegend und gingen in mitten des Viertels auf die Grund- und Hauptschule. Fortsetzung folgt!..

6 Kommentare

  1. Hallo, es ist gut zu lesen. Mach bitte weiter so! Liebe Grüße Ju

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    1. Danke! Mach ich, liebe grüße zurück

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  2. Shelly sagt:

    Wow! Wirklich toll geschrieben. Der Text jagte direkt wine Gänsehaut über mich

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    1. Freut mich wirklich zu hören! Das motiviert! 🙂

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      1. Shelly sagt:

        Freut mich. Solltest wirklich am Ball bleiben. Du erschaffst Großes! (Ich selbst hab vor zwei Jahren eine Fantasy Story geschrieben. Ich weiß, wie schwer es ist sein Schreibstil zu finden 😉

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      2. Hey Dankeschön! Werde ich machen und um ehrlich zu sein.. hab ich nie wirklich auf einen Schreibstil geachtet.. ich seh das eher als meine „Beichte“ und versuche mich zu entlasten denn diese Jahre waren wirklich intensiv 😊

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