Chapter 4 – Ende der Schulzeit, Neue Generation, junge Kriminelle

Ja so sahen meine ersten Erfahrungen durch meinen mittleren Bruder und seiner Gefolgschaft aus, in der Welt Satans. Von klein auf verschwanden Freunde meines mittleren Bruders, gesagt bekommen hat man derjenige sei im Urlaub, dabei verweilten viele des Öfteren im Gefängnis. Mal länger mal kürzer. Manche wurden gar abgeschoben. Doch genug davon, nun zu meiner „Karriere“. Ich beendete die Schulzeit mit der mittleren Reife, ohne jemals Hausaufgaben gemacht zu haben oder zu lernen. Ich war viel zu sehr damit beschäftigt mein Leben draußen zu verbringen, seit klein auf. Lernen, Zeit zuhause verbringen oder gar Pflichten erfüllen? Ein Graus für mich als Kind. Viel zu sehr beschäftigte ich mich mit allerlei Menschen der Stadt/ des Viertels, immer auf der Suche nach der nächsten Action-Aktion die Riesen Spaß und Gelächter mitbringt. Wenn ich nicht beim Fußball war, bei dem ich außerordentliches Talent besaß und sogar zu der DFB-Stützpunkt Auswahl nominiert wurde (das ich natürlich verschlafen hatte, kein Scherz), war ich mit mindestens dem ganzen viertel und deren Bengel beisammen um den nächsten Streich zu planen. Seien es Eier auf Häuser und Fenster zu schmeißen, Zahnpasta am Geländer zu verschmieren und im Treppenhaus anderer, zerstochene Fahrräder Bemalungen an Häuser, und und und.. rückblickend betrachtet natürlich nicht die feine englische Art, aber unfassbar amüsant und mein Herz weint bittere Tränen in Anbetracht wie all diese Bengel die meine Freunde waren heute dastehen. Drogensüchtig, Perspektivenlos, Gefängnis, Psychiatrie. Natürlich nicht alle, viele schafften es raus und leben heute ein glückliches Leben. Doch komischerweise stecken die gutherzigsten unter ihnen auf der negativen Seite.

Nun, mittlere Reife abgeschlossen, was jetzt? Richtig: Fach Abi! – für 3 Wochen, dann flog ich raus. Wieso? Lassen wir mal lieber sein, nennen wir es Dummheit. Was macht man jetzt als Arbeitsloser 16-17 jähriger? Durch die Realschule, in der ich 4 Jahre verbrachte, nahm ich Distanz vom Viertel und tummelte mich mehr unter Leuten die der gesellschaftlichen Normalität entsprechen obwohl ich noch dort hauste. Während die Klassenkameraden Ausbildungen, Schule usw fortsetzten, stand ich als einziger der Jahrgangsstufen arbeitslos da. Mit großen Zweifel an mich selbst und dem schiefen Haussegen, dem Druck der Eltern, entschied ich mich auf die Schnelle für eine Ausbildung beim Aldi im Verkauf. Die ich aber erst nächstes Jahr September beginnen sollte. Über das Jahr plagten mich Zukunftsängste, mein mittlerer Bruder verließ die Familie im großen Streit. Bis dato trank ich nie ein Schluck Alkohol, geschweige Zigaretten konsumiert. Zu sehr war ich mit dem Boxen/Kickbox Training und dem Fußball samt Fitness beschäftigt. Vor allem wollte ich nicht ein Leben führen wie mein Bruder damals, doch es kam wie’s kommen musste. Zurück zu den Leuten des Viertels, oder anders gesagt meine Kindheitsfreunde, die schon längst Cannabis konsumierten, tat ich mich zusammen und versuchte sie ständig zu überreden das sein zu lassen und nicht in die Drogenwelt einzutauchen. Dabei fiel mir nicht auf das es schon längst zu spät sei und ich besser vor ihnen wegrennen sollte. Doch meine gutmütige Seele sorgte sich um sie, was eine fatale Entscheidung darstellte.

Ich war absolut Anti-alles, sprich: kein Interesse an Drogen Alkohol Zigaretten usw usw. Eines Tages aber entfachte ein Riesen Streit zwischen mir und meinem Vater, bei dem es autoritär wurde sag ich mal, meine Beziehung zu ihm war seit Kindertagen alles andere als gut. Voller Emotionen und Wut- geladen suchte ich meine Freunde im Viertel auf, um mich zu „entladen“. Einer von ihnen sagte: „komm halt Dikka, zieh doch mal am joint einfach, halb so wild dann“. Eine Stimme in meinem Kopf sagte förmlich „zieh doch mal am Joint“, und hieß mich willkommen in den Friedhof meiner Träume. Ich kotzte mir gefühlt die scheisse aus dem Arsch, verfluchte jeden einzelnen von ihnen die mich dazu gebracht haben, dabei traf ich die Entscheidung. Doch das vergaß mein unreflektierter Kopf. Gewissensbisse plagten mich daraufhin, wieso hab ich das getan, wieso warum wieso warum. Alles gut sollte man meinen, doch Satan wäre nicht Satan wenn er nicht auf die geringste Chance lauern würde um dir einzuflüstern das es doch gar nicht so schlimm gewesen sei. Streitereien zuhause rissen nicht ab, ich verbrachte sowieso mein ganzes Leben kaum zuhause, und nun war ich wirklich nur noch fort. Zeig mir deine Freunde und ich sag dir wer du bist, diesen Satz kennt wohl jeder. So traf er auf mich zu, mit Gesindel und Gesocks am abhängen, führte dazu selbst Konsument zu werden. Ich kam mit der Familien Situation nicht mehr zurecht und allgemein gab es wenig Beachtung für mich im Leben, meine Eltern hatten andere Sorgen und 2 weitere ältere Söhne im fast gleichen Alter denen sie die Aufmerksamkeit schenkten.

Doch wie raucht man denn bitte Gras ohne Geld dafür auszugeben? (Der dreck wird nämlich sehr teuer mit der Zeit). Die Antwort: Verkauf es. Einmal die Woche Konsum führte zu 2x die Woche, 2x zu 4x, folgerichtig dann jeden Tag. Nicht einen joint sondern stündlich. Ich und ein paar weitere gründeten eine Bande, die „90‘s“, eine Gruppe von 5 Leuten. Ein deutscher, ein Uzspeke, ein Spanier, Kosovo Albaner und ein Nepalese. Wir rappten, wir lachten wir rauchten. Kinderscheiss sollte man meinen, war es auch, doch etwas in mir schlummerte und pochte in der Zeit der Arbeitslosigkeit auf Geld, so fing es langsam an: „hey bro, brauchst du was? Ich hol etwas, kann dir gleich was mit nehmen?“ – „klar man gerne“. So kaufte man sein Gras für 12 Euro das Gramm und verkaufte es für 15 oder 16 Euro. Aller Anfang ist schwer und selbst in diesem Business musst du anfangs kleine Brötchen backen und die Konsumenten auf dich aufmerksam machen das du nun im Game bist und es bei dir was zu holen gibt. Fortsetzung folgt!.. schreibt mir ob euch der Blog gefällt! Keine Scheu! 🙂