Chapter 6 – Die nächste Stufe erklimmen, auf den Spuren des Verderbens

Wo Drogen sind, ist Depression nicht weit. Das gleiche gilt für unverarbeitete traumatische Erlebnisse eines jeden einzelnen, welche im Unterbewusstsein wohnen und Menschen dazu bringen völlig irrational zu handeln und Süchte zu entwickeln. Apropo handeln.. die Frage beschäftigte uns immer noch wie wir es schaffen könnten zu expandieren und bessere Kundenkontakte zu erreichen. Dazu kommen wir etwas später. In dieser Zeit arbeitete ich beim Aldi und begann einen Nebenjob in einer erfolgreichen Pizzeria, bei denen ich abends bis in die Nacht lieferte. Sie bezahlten mich jeden Abend direkt nach Feierabend, schwarz versteht sich. 70 Euro pro 4-5 h im Nebenjob, mein Verdienst beim Aldi, trotz allem reichte mir das Geld nicht aus, die Gier packte mich. Ich wollte mehr und vor allem nicht den ganzen lieben langen Tag und Nacht schuften für 1000 Euro, die kann ich mir doch ganz leicht anders verdienen dachte sich mein irregeleiteter Verstand.

Nun zur Frage, wie erreichen wir Kunden? Kunden für die es sich lohnt seine Existenz aufs Spiel zu setzen und seine Zukunft zu verbauen? (Natürlich lohnt sich dafür gar nichts, zu dem Zeitpunkt aber ein Ding der Unmöglichkeit es mir beizubringen). „ICH HABS“ schoss es mir raus in einer unserer Sessions mit den 90‘s. Der klassische Kauf bzw Deal sieht so aus: du schreibt dem Dealer deines Vertrauens, er sagt wo und wann. Ob’s dir passt oder du gerade Zeit dafür hast spielt keine Rolle, er gibt den Takt an, denn ihr beide wisst du hast es nötig das Zeug zu holen und brauchst es. Dann kommt noch diese Machoattitüde die viele viele Dealer an den Tag legen, schlicht ekelhaft. Da ich als einziger den Führerschein hatte in der Gruppe, kam mir die Idee: „ Jungs wir müssen mobil sein, egal wo jemand ist – zu dem wird gefahren das Geld abgeholt und die Ware bequem bei ihm ausgeliefert.“ Mögliche Konsequenzen die es mit sich bringen würde dabei erwischt zu werden schenkten wir bzw ich keine Aufmerksamkeit. Thats it, Money abholen, Ware abholen, und bequem zum Kunden transportieren, Geld eintüten, weiter zum nächsten usw usw. Geniestreich sollte man meinen, denn den Kunden gefiel das Extrem könnt ihr mir glauben. So ging es bis zum Ende meiner Ausbildung weiter, die Tagesdeals erledigten die Crew und abends/nachts galt als meine Zeit. 1 Monat vor Beendigung der Lehre, ereilte mich eine Kurzschluss Reaktion auf der Arbeit und ich schmiss die Ausbildung hin aufgrund eines Streits mit dem Vizechef, der mich ungelogen permanent die ganze Ausbildung lang in die Mangel nahm und generell mich persönlich einfach nicht ausstehen konnte. „Ihr verdammten Wichser mit eurem drecks Laden hier, ihr könnt mich sowas von nochmal, euren Lohn generier ich in 2 Wochen mit bisschen rumfahren und rauchen.“ – was für kindische Gedanken nach heutiger Sicht.

Ich verheimlichte meinen Eltern das ich die Lehre einen Monat(!) vor Prüfung hinschmiss, meine Noten waren bis zu dem Zeitpunkt eigentlich völlig akzeptabel. Wie ich das geschafft habe es zu verheimlichen? Ich ging trotzdem jeden Morgen raus, täuschte vor Schichten zu haben an Tagen die ich ausschlafen wollte oder frühs raus ging um den Morgen zu genießen, Joint rauchen, Café zu trinken mit der Clique, was schickes frühstücken zu gehen etc. Nun konnte ich alle Zeit der Welt investieren um das Business voran zu treiben. Eins kann ich euch versprechen, das Drogen-Kurier Auto Nummer 1 war geboren. Die Leute waren regelrecht angetan davon mir ihr Geld mitzugeben und bequem auf mich zu warten, bis ich wieder kam mit der gewünschten Ware. Tagesumsatz bzw alle 3-4 Tage steigerte sich auf 300-500 Euro nebenbei erwähnt. Ich traf mindestens 10 Leute täglich und belieferte allesamt, ich war permanent auf Achse. Der Nepalese übernahm die Ost Seite des Viertels und zu seinem Kundenstamm gehörten die Gymnasiasten, er selbst ging auf eines und erhielt in der Grundschule sogar ein Stipendium. Der Uzspeke übernahm den Westen des Viertels und machte sich in seinen Kreisen weiterhin einen Namen. Ich? Belieferte alles und jeden überall, für mich gab es keine Grenzen.

Der Spanier gehörte zu den Menschen die sich eher profiliert haben in dem sie erzählen mit was für Typen (wir eben) er abhängt, doch er war ein begnadeter Rapper – kein Spaß der hatte es richtig drauf. Dem deutschen wurde es zu bunt und er zog sich zurück und arbeitete weiter als Maler. Da kommt er schon wieder, dieser widerwärtige Gedanke das da noch mehr drinnen sei, noch mehr zu expandieren und verschiedene Quellen in verschiedenen Städten zu erlangen, damit ich flexibel bin und unterschiedliche Sorten von Gras anbieten könne. Fortsetzung folgt!.. Chapter 1-5 weiter unten!

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